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Bogenschiessen Technik – Tipps und Tricks für Anfänger

Aktualisiert am

bogenschießen für anfänger

 

Du möchtest das Bogenschießen lernen, weißt aber nicht genau, worauf es dabei ankommt? Du hast bereits damit angefangen, bist dir aber unsicher, was die richtige Bogenschießen Haltung anbelangt? Dann haben wir den richtigen Artikel für dich! Mit Hilfe unserer Bogenschießenanleitung wirst du dich in Nullkommanichts verbessern. Viel Spaß mit unseren Bogenschießentipps!

 

 

 

Die richtige Schusstechnik

Wie so viele Sportarten sieht das Bogenschießen ganz einfach aus, wenn man nur zuschaut. Doch wenn du richtig Bogenschießen lernen willst, wirst du sehen: Natürlich steckt viel Mühe hinter der richtigen Bogenschießen Technik. Profischützen haben diese jahrelang verfeinert, so dass sie die stets gleichen Bewegungsabläufe immer wieder ausführen können. Und genau darauf kommt es in erster Linie an. Ein weiteres Schlagwort ist die Konzentration, denn ohne sie wirst du beim Bogensport nicht weit kommen. Auch die richtige Atemtechnik spielt eine Rolle und natürlich die Muskulatur.

Hast du erst einmal deine Technik perfektioniert, wirst du feststellen, dass viele Vorgänge dabei auf deiner mentalen Einstellung beruhen. Dazu braucht es jedoch zunächst Übung, Übung und nochmals Übung!

 

 

Der richtige Stand

Achte bei deinem Stand darauf, dich nicht zu verkrampfen. Deine Haltung sollte, bei aller Festigkeit, immer auch bequem und locker sein. Stelle dich seitlich zum Ziel auf. Deine Fußspitzen liegen ziemlich genau auf gleicher Höhe. Wie du sie am besten platzierst, ist vor allem eine Frage des Ausprobierens. Das erfordert ein wenig Geduld. Wichtig ist, deine Hüfte nicht zu verdrehen, sonst wirst du keinen sauberen Schuss schaffen.

Zwischen den Füßen sollte ein Abstand von etwa einer Schulterbreite liegen. Du solltest also weder die Füße krampfartig zusammenstellen, noch die Beine grätschen. Auch hier gilt das Schlüsselwort: locker. Die Hauptsache ist, dass dein Stand fest ist und dein Gewicht gleichmäßig verteilt, damit du beim Lösen der Sehne nicht ins Straucheln gerätst und der Pfeil sonstwohin fliegt.

 

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Der Bogengriff

Auch hierbei gilt es, die Hand, die den Bogengriff hält, nicht zu verkrampfen. Sie ist die Verlängerung deines Arms und verhindert, dass der Pfeil beim Lösen verdreht. Daher ist der richtige Bogengriff sehr wichtig.

Gerade beim Spannen der Sehne ist es für Bogenschießen Anfänger schwierig, auf ihre komplette Haltung inklusive des Bogengriffs zu achten. Lass dir Zeit und überprüfe deinen gesamten Körper, ob du fest und locker oder eher verkrampft und angespannt bist.

 

 

Bogenarm Positionierung

Die Position des Bogenarms ist deshalb von großer Wichtigkeit, weil du den optimalen Schuss immer wieder wiederholen musst, um richtig Bogenschießen zu lernen. Belastest du die falschen Muskeln, werden dir spätestens nach wenigen Jahren deine Gelenke unschöne Grüße schicken, sobald du die Sehne spannst.

Gewöhne dir daher sofort die richtige Bogenarm Position an. Das Zuggewicht des Bogens lastet nicht, wie viele Anfänger denken, auf der Arm-, sondern auf der Rückenmuskulatur. Dein Ellenbogen ist nicht ganz gestreckt, sondern minimal gebeugt. So entlastest du das Gelenk und verfeinerst gleichzeitig dein Schussbild. Der Zugarm wird hoch ausgezogen, der Kopf bleibt gerade. Während du den Bogenarm gestreckt hältst, ziehen sich die Schulterblätter zusammen und stützen den Auszug. Die Schulter muss unbedingt gerade bleiben und darf nicht höher rutschen als dein Bogenarm, sonst verkrampft die Haltung deines kompletten Oberkörpers!

 

 

Ankerposition

Um dir die richtige Ankerposition zu beschreiben, bräuchte es fast einen eigenen Text. Die Bogenschießen Ankerposition ist immer wieder Gegenstand erregter Diskussionen zwischen Bogenschützen.

Es gibt Schützen, die den Begriff Ankerpunkt meiden, da dieser suggeriert, dass der Bewegung am Kinn ein Ende gesetzt wird – was natürlich nicht ganz richtig ist. Jedoch verwenden manche aus eben diesem Grund lieber den Begriff «Transferposition» – da die eine Bewegung von der anderen abgelöst wird.

Egal, wie du die Begriffe einsetzt: Du musst letzten Endes entscheiden, welche Position für dich am besten passt. Viele Schützen führen den Zugarm an ihren Kieferknochen heran und lassen ihn dort ankern. Wichtig dabei ist, dass der Ellenbogen entweder auf einer Linie oder ganz leicht über dem Pfeil liegt – und zwar sowohl von der Seite aus betrachtet als auch von oben.

Nun achtest du darauf, dass deine Zughand stabil und fest unter deinem Kieferknochen liegt. Stelle dir dabei deine Zughand als eine Art Gelenk vor, die mit dem unteren Kieferknochen einrastet. Genau so fest muss die Verbindung zwischen beiden Körperteilen sein! Nimm dir vor dem Schuss Zeit, diese Position immer wieder zu überprüfen, denn nur wenn du diese wirklich sauber darstellen kannst, wird dir ein ums andere Mal ein guter Schuss gelingen. Deine Zughand muss fest sein und darf sich nicht bewegen, sonst verziehst du den Schuss. Unterschätze nicht den Einfluss, den eine minimal bewegte Zughand auf die Richtung des Pfeils hat!

Die Bogensehne bildet nun eine gerade Linie von Nasenspitze über Lippe bis hinunter zum Kinn.

 

 

Kopfposition beim Bogenschießen

Auch die richtige Kopfposition nimmt eine wichtige Rolle beim Bogenschießen ein, vor allem aber deren Fixierung. Sobald du deinen Bogen ausgezogen hast, darf sich die Position deines Kopfes nicht mehr ändern, da du sonst dazu neigst, deine komplette Haltung ebenfalls noch einmal leicht zu variieren. Fixiere also bereits das Ziel, während du dich auf den Auszug vorbereitest, und halte deinen Kopf dann fest und stabil.

Achte darauf, direkt vor und auch während des Lösens der Sehne nicht ruckartig den Kopf zu bewegen! Es handelt sich dabei um einen Schutzreflex unseres Körpers, welchen dieser automatisch ausführt, um dem Lösen der Sehne auszuweichen. Dies musst du, so gut es geht, unter Kontrolle halten, denn dabei reichen schon wenige Millimeter, und schon verziehst du deinen Schuss.

 

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Auszugslänge

All diese Bogenschießentipps bringen dir wenig, wenn dein Bogen nicht mit dir als Schützen übereinstimmt. Aus diesem Grund brauchst du unbedingt den auf dich abgestimmten Bogen. Einer der Parameter, die einen großen Einfluss auf dein Schussbild haben, ist die Auszugslänge. Ist diese zu groß, wird es dir nicht gelingen, den Bogen ganz zu spannen und somit wirst du niemals das Optimum aus deinen Schießkünsten herausholen, egal wie sehr du dich auch anstrengst.

Dasselbe gilt übrigens für das Zuggewicht, auf das wir nachfolgend in unserer Bogenschießenanleitung eingehen werden.

 

 

Die richtige Zieltechnik

Am wichtigsten für die optimale Bogenschießen Zieltechnik ist, den richtigen Abschusswinkel für deine Bogenhand zu finden. Damit erreichst du das Gleiche für den Pfeil.

Hat der Schütze seinen Ankerpunkt gefunden, so baut er eine hohe Rückenspannung auf, um Arme, Pfeil und Bogen in der perfekten Balance zu halten. Er achtet auf eine hälftige Kraftverteilung auf beiden Armen.

Nun kommt eine wichtige Information, die dir wahrscheinlich gar nicht bewusst war: Auf dem Zielen liegt nicht der Fokus beim Bogenschießen, sondern auf dem Anspannen der Muskulatur sowie der Kraftverteilung auf Armen und Rücken. Der Zielvorgang steht nicht im Vordergrund, sondern findet ganz nebenbei statt. Auch dies ist etwas, was du erst lernen musst; hast du diesen Vorgang jedoch einmal gemeistert, wirst du sagen können, dass es relativ einfach war.

Dein oberstes Mantra sollte lauten: Lass dir genügend Zeit zum Zielen! Profischützen brauchen vom Ankern bis zum Lösen der Sehne zwischen einer und drei Sekunden. Dies sollte aber zunächst nicht deine Sorge sein, denn vom Profi ist man am Anfang bekanntlich noch weit entfernt. Mach nicht den Fehler, in sogenannte «Scheibenpanik» auszubrechen und dir keine Zeit zum Zielen zu gönnen!

Du musst zum Zielen deinen Kopf nicht neigen. Lass ihn gerade und konzentriere dich auf den Schatten deiner ausgezogenen Bogensehne. Diese liegt nach dem Auszug auf der Zughandseite direkt vor deinem Auge. Lege die Sehne an die linke Seite des Visierkorns an. Nun kannst du beim Zielen beide Seiten kontrollieren, ohne deine Kopfhaltung noch einmal ändern zu müssen.

Der Sehnenschatten liegt nun im Bogenfenster. Du kannst nun das Ziel genau anvisieren, den Zug in deinen Rücken hinein immer weiter erhöhen und den Pfeil lösen.

 

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Infos zum Bogen – das Zuggewicht

Ein Bogen hat stets ein gewisses Zuggewicht, welches in Pfund, auch lbs, angegeben wird. Das Zuggewicht bestimmt die Kraft, die nötig ist, um den Bogen zu spannen. Wir können dir nur dringend raten, dein Augenmerk anfangs auf ein geringeres Zuggewicht zu legen. Ist dieses nämlich zu hoch, kannst du den Bogen nur mit Mühe spannen und achtest nicht auf die richtige Technik. Nach mehrmaligem Spannen hast du dann in der Regel genug vom Bogenschießen und legst den Bogen beiseite – vielleicht für immer. Und das wäre sehr schade.

Achte also darauf, dass das Zuggewicht für dich stimmig ist. Das bedeutet, es sollte für einen Bogenschießen Anfänger so niedrig sein, dass er ohne große Probleme den Bogen spannen, ausgiebig zielen und dabei noch auf seine Technik achten kann. Es sollte allerdings auch nicht so niedrig sein, dass es ein Kinderspiel ist, die Sehne zu spannen. Eine kleine Herausforderung darf das Zuggewicht schon darstellen – sonst werden die richtigen Muskelgruppen ja auch nicht trainiert.

Hast du etwas Übung, darfst du gern auf ein höheres Zuggewicht wechseln.

 

 

Pfeilkunde

Die Wahl des richtigen Pfeils ist genauso wichtig wie das Erlernen der richtigen Bogenschießen Technik, denn von Material, Pfeillänge sowie Spinewert – auf den wir gleich in unserer Bogenschießen Anleitung noch eingehen – hängt ein sauberes Schussbild ab.

Die Pfeillänge sollte natürlich auf deinen Bogen und deinen Auszug abgestimmt sein. Bei einem zu kurzen Pfeil besteht akute Verletzungsgefahr; ein zu langer Pfeil kann nicht optimal auf die Sehne gelegt und geschossen werden. Idealerweise ragt der richtige Pfeil fünf bis acht Zentimeter über denen Bogen hinaus.

Es sind Pfeile aus verschiedenem Material erhältlich:

 

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Jedes Material hat seine Vor- und Nachteile und nicht alle Materialien sind für jeden Bogen geeignet. Lass dich hierzu am besten beraten, kaufe ein Bogenschießen Komplett-Set oder schaue in unserem Bogenschießen Pfeilratgeber nach.

 

 

Der richtige Pfeil Spinewert

 

Beim Abschuss kommt die sogenannte Sehnenparalaxe zum Tragen. Diese sagt aus, dass der Pfeil beim Lösen von links nach rechts schwingt. Der Spinewert bringt dabei den Härtegrad des Pfeils zum Ausdruck und damit auch, wie schnell sich der Pfeil gerade ausrichtet.

Je höher der Spine Wert, desto härter ist der Pfeil. Bei der Wahl des richtigen Pfeiles ist es unerlässlich, dass der Spine Wert zu deinem Bogen passt, sonst wirst du beim Schießen kaum Spaß haben. Eine optimale Technik bringt wenig, wenn du den völlig falschen Spine für deine Pfeile gewählt hast.

Den richtigen Spinewert für deine Pfeile kannst du übrigens mit unserem Online Spine Wert Rechner herausfinden.

 

Vermeide Leerschüsse

Ein Leerschuss sollte beim Bogenschießen unbedingt vermieden werden, da dieser den Bogen sehr belastet. Doch was genau versteht man unter einem Leerschuss?

Am Namen ist es eigentlich schon erkennbar: Ein Leerschuss bezeichnet das Lösen der Sehne ohne Pfeil – entweder, weil keiner aufgelegt war oder weil dieser beim Schießen von der Sehne gerutscht ist.

Hast du einen stabilen Bogen, wird dieser durch einige wenige Leerschüsse definitiv nicht zu Bruch gehen. Dennoch kommt es durch Leerschüsse immer wieder zu minimalsten Schäden im Material, da die kolossale Energie, die eigentlich auf den Pfeil übertragen werden soll, quasi in den Bogen zurückschnellt. Man kann sich vorstellen, wie sehr dieser durch solche Leerschüsse also belastet wird. Daher solltest du unbedingt vermeiden, ohne Pfeil zu schießen, sei es zu wie auch immer gearteten Demonstrationszwecken oder aus Unwissenheit!

 

Die richtige Technik sowie die richtige Bogenschießen Haltung sind also kein Hexenwerk, wie du gemerkt hast. Wir geben dir gerne jederzeit Bogenschießentipps. Viel Spaß beim Üben!

 


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