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Reiterbogen kaufen – Ratgeber für den Bogen zu Pferd

Aktualisiert am

welcher reiterbogen ist der beste

 

Den Bogensport und den Reitsport miteinander verbinden – träumst du auch davon? Du suchst eine besondere Herausforderung, vielleicht weil dir das Schießen auf eine Zielscheibe zu eintönig geworden ist? Oder magst du einfach lieber einen kleinen und handlichen Bogen statt eines Langbogens oder eines Compoundbogens? Dann haben wir den passenden Bogen für dich: den Reiterbogen. Was genau das ist und worauf du beim Reiterbogen Kauf achten solltest, haben wir für dich in unserem Reiterbogen Ratgeber zusammengefasst.

 

 

 

Was ist ein Reiterbogen?

Wer einmal einen Reiterbogen in der Hand halten durfte, dem wird vielleicht aufgefallen sein, dass dieser nicht sehr groß ist. Ein Reiterbogen gleicht im Aussehen meist einem Recurve- oder einem Reflex-Bogen, ist dabei aber sehr viel kleiner als ein solches Modell. Dies kommt nicht von ungefähr: Ein Reiterbogen sollte natürlich seinem Namen alle Ehre machen und besonders gut zu Pferd eingesetzt werden können – entweder zur Jagd oder im Krieg. Zu diesem Zweck wäre allerdings ein Langbogen oder auch ein Recurvebogen eher ungeeignet: Die langen Wurfarme wären beim Reiten und Schießen im Weg. Daher wurde der Reiterbogen verkürzt.

Durch seine geringe Größe ist der Reiterbogen jedoch nicht nur für das Schießen zu Pferd geeignet, sondern auch für das Training auf beengtem Raum. Hast du beim Bogenschießen nicht viel Armfreiheit, kannst du dieses Problem auch mit Hilfe eines passenden Bogens lösen.

Die traditionellen Reiterbogen Materialien sind Holz, Horn und Tiersehnen. Letztere werden auf der Rückenseite des Bogens angebracht und dienen dort als Backing. Das Horn wiederum schützt den empfindlichen Bogenbauch gegen zu hohen Druck.

Viele Reiterbögen erreichen ihre Schussleistung durch einen hohen Reflex. Das heißt, dass der Bogen in entspanntem Zustand zur Rückenseite gebogene Wurfarme aufweist. So steht er, was die Schussleistung anbelangt, dem Recurvebogen kaum nach.

Der Reiterbogen wurde vor allem von den Skythen, den Mongolen und den Hunnen eingesetzt. Entwickelt wurde er jedoch zunächst im asiatischen Raum.

Die erstgenannten Reitervölker kämpften mit Hilfe des Reiterbogens extrem effektiv und hatten eine besonders hohe Schussfrequenz sowie Treffsicherheit, weswegen sie von ihren Gegnern gefürchtet wurden.

 

ungarischer reiterbogen

 

Dabei unterscheiden sich mongolische, ungarische sowie skythische Reiterbögen in einigen Details:

  • Ungarischer Reiterbogen: Der ungarische Reiterbogen wurde traditionell von den Magyaren, einem finno-ugrischen Volk aus dem Uralgebiet, eingesetzt. In vielen Raubzügen hat sich der von ihnen entwickelte, sehr schlanke und kurze Reiterbogen bewährt. Der ungarische Reiterbogen überzeugt vor allem durch seine auf den Reiter angepasst Ergonomie sowie seine hohe Schussruhe.
  • Mongolischer Reiterbogen: Die Bogenform ist etwas gedrungener als beim ungarischen Reiterbogen. Die Wurfarme sind stärker gekrümmt. Der Auszug gilt, auch bei hohem Auszugsgewicht, als relativ leicht und angenehm zu handhaben. Die Schussleistung ist, trotz kurzen Bogens, sehr ordentlich. Auch deshalb wurde der mongolische Reiterbogen beim Gegner gefürchtet. Seine tödliche Reichweite betrug, historischen Quellen zufolge, etwa zweihundert Meter bei einem Zuggewicht von circa 75 Pfund. Die maximale Reichweite, bei der das Ziel noch getroffen werden konnte – ohne tödliche Wucht – lag angeblich bei bis zu 800 Metern!
  • Skythischer Reiterbogen: Der skythische Reiterbogen wirkt noch gedrungener als der mongolische Reiterbogen und seine Wurfarme sind noch stärker gekrümmt. Auch dieser Bogen verdankt seine Berühmtheit seinen zahlreichen Einsätzen im Krieg, denn die Skythen waren ein Nomadenvolk, das regelmäßig Raubzüge unternahm.

 

Welcher Reiterbogen ist nun der beste? Wir denken, dass jedes oben genannte Modell seinen Reiz hat. Welche Bauweise davon für dich geeignet ist, ist wahrscheinlich auch Geschmackssache. Vielleicht hast du die Gelegenheit, einmal verschiedene Reiterbögen auszuprobieren.

 

 

Reiterbogen kaufen – Unser Vergleichstest

 

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LONGBOWMAKER Ungarischer Reiterbogen Empfehlung BEIER Szkita Reiterbogen Preis-/Leistungstipp MILAEM Traditioneller Reiterbogen RAGIM Reiterbogen Taiga
ModellLONGBOWMAKER Ungarischer ReiterbogenBEIER Szkita ReiterbogenMILAEM Traditioneller ReiterbogenRAGIM Reiterbogen Taiga
Bewertung
Gewicht1200 g600 g715 gk.A.
Länge54 Zoll48 Zoll49 Zoll48 Zoll
Material WurfarmeFiberglas und Lederappliziertes Leder, FiberglasNanoharz gelbFiberglas
Material GriffstückMaulbeerholz und Lederappliziertes Leder, Fiberglas und HolzLeder mit ReissverschlussWalnussholz und Fiberglas
Zuggewicht60 – 110 lbs28 lbs20 lbs15 – 50 lbs
Standhöhe6,1 Zoll7 bis 7,5 Zollk.A.6,5 - 7,5 Zoll
Handausrichtungrechts und linksrechts und linksrechts und linksrechts
Inkl. Pfeile
Weiteres Zubehör enthalten---5 Mittelalterpfeile mit Wicklung 32 Zoll, Armschutz, Schießhandschuh, Rückenköcher
Preis

99,99 €

inkl. 19% gesetzlicher MwSt.

103,40 €

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Vor- und Nachteile von einem Reiterbogen

Böse Zungen behaupten, der einzige Nachteil eines Reiterbogens sei das Pferd. Das ist natürlich ein kleiner Spaß am Rande. Doch selbstverständlich verfügt auch dieses Bogenmodell über verschiedene Vor- sowie Nachteile, die wir nachfolgend für dich aufgelistet haben.

 

Vorteile

 

  • Der Reiterbogen ist klein und sehr handlich, so dass er auch auf dem Pferderücken oder auch auf begrenztem Raum zu verwenden ist
  • Das Schießen zu Pferd bietet dir viele Herausforderungen und einen hohen Spaßfaktor
  • Es ist eine hohe Schussfrequenz möglich
  • Der Handshock ist oft sogar niedriger als bei modernen Bogenarten
  • Es ist nicht viel Equipment vonnöten
  • Preislich ist der Reiterbogen unschlagbar
  • Der Reiterbogen ist robust und kann auch einen groberen Umgang aushalten
  • Der Pfeil Spinewert ist nicht so wichtig wie bei anderen Bogenarten wie dem Recurvebogen oder dem Compoundbogen
  • Der Reiterbogen ist im Vergleich sehr leicht – dies ist ein Vorteil, kann aber auch als Nachteil gewertet werden

 

Nachteile

 

 

  • Wie oben angemerkt, ist der Reiterbogen im Vergleich sehr leicht, wodurch der Bogenschütze eine gute Technik anwenden muss, um ihn richtig zu führen
  • Ein traditionell hergestellter geleimter Reiterbogen ist sehr anfällig gegenüber Feuchtigkeit; diese kann das Material aufquellen lassen oder es sogar zersetzen
  • Der Reitsport an sich ist bereits nicht ganz ungefährlich; jeder, der einmal vom Pferd gefallen ist, weiß das – das Bogenschießen zu Pferd ist noch einmal eine andere Hausnummer und sollte daher nur von wirklich guten Reitern ausgeübt werden

 

 

 

Reiterbogen kaufen Ratgeber

Wie bei allen Bogenarten solltest du dir auch hier einige Fragen stellen, wenn du einen Reiterbogen kaufen willst. Welcher Reiterbogen ist der beste? Welche Reiterbogen Pfeile sind am geeignetsten?

Wir listen dir hier alle Besonderheiten auf, die du beim Kauf eines Reiterbogens beachten solltest:

 

Die passende Länge beim Reiterbogen

Der Reiterbogen ist wesentlich kürzer als andere Bogenarten, damit er bequem auf einem Pferd geschossen werden kann. Es gibt für seine Größe weder eine Ober-, noch eine Untergrenze. Es gilt nur: Er sollte nicht so groß sein, dass er den Reiter behindert. Somit ist er auch für Kinder und Jugendliche gut als Anfängerbogen – besser ohne Pferd – zu gebrauchen. Als Faustregel gilt: Je kleiner der Bogen ist, desto höhere Schussgeschwindigkeiten erreicht er.

Achten solltest du auf die passende Auszugslänge. Diese bezeichnet die Entfernung zwischen der Bogenvorderkante und deinem Ankerpunkt und kann einfach berechnet werden. Du bestimmst deine Armspannweite, indem du dich mit ausgebreiteten Armen hinstellst und eine zweite Person den Abstand von einem Mittelfinger zum anderen misst. Das Ergebnis nutzt du für folgende Formeln:

Auszugslänger in cm / 2,5 = Ergebnis

Ergebnis / 2,54 = Auszugslänge

Oder du nutzt einen Online Auszugslänge Rechner, mit dem du bequem deine Auszugslänge berechnen kannst.

 

Das optimale Zuggewicht für Reiterbögen

Wie bei allen Bogenarten sollte für einen Bogenschießen Anfänger das Zuggewicht eher gering gehalten werden. Wichtig ist, dass zunächst die Technik stimmt, bevor du das Zuggewicht erhöhst. Beim Reiterbogen gilt anfangs ein Zuggewicht von fünfzehn lbs für Jugendliche, zwanzig lbs für Frauen und 25 lbs für Männer als optimal. Abweichungen aufgrund der körperlichen Konstitution sind möglich.

 

Griffmaterial

Da der Pfeil beim Reiterbogen nicht über eine Pfeilauflage geschossen wird, ist der Griff verstärkt. Dazu wird meist Horn verwendet. Gerade im asiatischen Raum kommen jedoch noch andere Materialien zum Einsatz, allen voran der sowohl für seine Festigkeit als auch für seine Flexibilität bekannte Bambus. Meist wird aber auch dieser noch leicht beschichtet, damit das darunterliegende Griffmaterial nicht leidet.

 

reiterbogen

 

Material des Reiterbogens

Traditionell bestanden Reiterbögen aus verschiedenen tierischen Materialien wie Horn und Sehnen. Heutzutage werden sie oft aus verschiedenen Holzarten gefertigt, aber auch moderne Materialien wie Glasfasern kommen zum Einsatz. In aller Regel wird der Reiterbogen mit einer Dacron Sehne bespannt.

Mit der Kompositbauweise erreichte der Reiterbogen Bau unter turkstämmigen Völkern seine Vervollkommnung. Kompositbögen sind nicht nur leicht, sondern auch extrem stabil und liegen gut in der Hand. So wurden sie zur idealen Jagd- sowie Kriegswaffe.

 

 

Welche Reiterbogen Pfeile sind die besten?

Für den Reiterbogen sind im Prinzip die gleichen Pfeile zu verwenden wie für andere Bogenarten auch. Traditionell werden Reiterbögen mit Holz- oder Bambuspfeilen geschossen. Diese sind günstig und können sogar selbst hergestellt werden. Allerdings weisen Holzpfeile nicht die besten Flugeigenschaften auf und sind nicht besonders langlebig.

Carbonpfeile sind eigentlich das Optimum für die meisten Anfänger sowie semiprofessionell agierenden Bogenschützen, unabhängig von der Bogenart. Dies gilt auch für den Reiterbogen. Ein Nachteil ist die Tatsache, dass Carbonpfeile leicht splittern können und ihre Bruchstücke aus Wunden praktisch nicht mehr zu entfernen sind. Ihr Preis-Leistungs-Verhältnis ist allerdings unschlagbar. Solange du vor jedem Schuss deine Pfeile kurz auf Beschädigungen überprüfst – indem du sie leicht biegst und auf ein leises Knirschen lauschst –, ist den Carbonpfeilen nichts entgegenzusetzen.

Aluminiumpfeile sind im Prinzip die besten erhältlichen Pfeile, allerdings verbiegen sie, sobald sie auf ein hartes Ziel treffen. Bist du also noch Anfänger Bogenschütze, solltest du lieber auf andere Pfeilarten zurückgreifen.

Ein wichtiges Kriterium für die Wahl der Pfeile ist auch beim Reiterbogen die Pfeillänge. Der Pfeil sollte auf keinen Fall zu kurz oder zu lang sein, sonst droht Verletzungsgefahr! Du solltest also unbedingt die richtige Pfeillänge ermitteln.

Auch auf den passenden Spinewert solltest du achten. Dieser bezeichnet die Biegefestigkeit des Pfeils und wie stark er bei der Sehnenparalaxe verformt wird. Zwar ist die Sehnenparalaxe beim Reiterbogen nicht ganz so ausgeprägt wie bei anderen Bogenarten; dennoch ist es einfach angenehmer, zu wissen, dass man die richtigen Pfeile verwendet. Gerade für Bogenschießen Anfänger macht es einen Unterschied, das richtige und hochwerte Material zu verwenden, sonst verlierst du vielleicht schnell die Lust daran. Den passenden Spinewert kannst du ganz einfach mit unserem Online Spinewert Rechner herausfinden.

Wenn es um die Befiederung geht, so sollten nur Naturfedern in Betracht kommen, da der Pfeil durch die fehlende mechanische Pfeilauflage sonst zu stark abgelenkt wird. Es herrscht Uneinigkeit unter Bogenschützen, wie viele Federn genau verwendet werden sollten – die Meinungen reichen von zwei bis vier Federn. Für den Anfänger ist diese Diskussion jedoch zunächst müßig.

 

reiterbögen

 

 

 

Empfehlenswertes Reiterbogen Zubehör

Wie bereits erwähnt, wird ein Reiterbogen mit einem Daumenring geschossen. Aus welchem Material dieser gefertigt sein soll, bleibt deinem Geschmack überlassen. Traditionell wird Horn oder Knochen verwendet.

Mittlerweile sind auch Handschuhe erhältlich, mit denen du die Daumentechnik ausüben kannst. Ansonsten sind Schießhandschuhe oder Fingertabs für einen Reiterbogen eher unüblich.

Du solltest allerdings unbedingt auf einen Bogenhandschuh achten, der deinen Handrücken vor Verletzungen schützt. Reiterbögen werden nämlich ohne Shelf verwendet, das heißt, sie werden über den Handrücken geschossen. Natürlich darfst du auch ein Bogenfenster und einen Nockpunktbegrenzer einsetzen. Dies macht es Anfängern leichter. Fortgeschrittene verzichten jedoch meist auf dieses Reiterbogen Zubehör.

 

Ansonsten wird das gleiche Schutz- und Schießmaterial empfohlen wie bei anderen Bogenarten:

  • Ein Unterarmschutz, für Anfänger gern etwas länger, der deinen Unterarm vor der zurückschnellenden Sehne schützt
  • Eventuell ein Bruststreifschutz, gerade bei Frauen, damit der Pfeil nicht abgelenkt wird
  • Schießscheiben oder, für den Anfang, ein mit Stoff oder Stroh gefüllter Jutesack als Ziel
  • Eventuell ein oder mehrere Pfeilfänge
  • Ein Köcher

 

 

So spannst du deinen Reiterbogen richtig

Ist dein Bogen gerade nicht in Gebrauch, solltest du ihn entspannen, da auf diese Art seine Wurfarme nicht so stark belastet und damit seine Lebensdauer erhöht wird. Möchtest du ihn dann verwenden, musst du den Bogen natürlich zunächst wieder aufspannen.

 

Dazu gibt es verschiedene Methoden:

  • Mit Spannschnur: Die Spannschnur sollte über zwei Taschen verfügen, in die die Wurfarmenden gesteckt werden. Der Bogen wird durch die zwei Sehnenöhrchen gesteckt, danach hängst du das untere Öhrchen ein. Die Wurfarme werden nun in die beiden Spannschnurtaschen gesteckt. Hiernach drehst du den Bogen um, so dass dessen Bauch in Richtung Boden zeigt. Die Spannschnur hängt zwischen zwanzig und dreißig Zentimeter nach unten. Nun wird der Bogen einhändig am Griff gepackt und du steigst mit einem Bein auf die Spannschnur. Ziehe nun am Bogengriff, bis du das Sehnenöhrchen mit deiner freien Hand einhängen kannst. Jetzt musst du nur noch prüfen, ob Sehne und Sehnenöhrchen mittig sitzen, die Spannschnur entfernen und erneut den richtigen Sehnensitz prüfen.
  • Ohne Spannschnur: Der Bogen wird durch die beiden Sehnenöhrchen gesteckt und das untere Öhrchen bereits eingehängt. Der Bogen wird nun mit deiner linken Hand vor dem Körper gehalten, und zwar so, dass er sich auf gleicher Höhe mit dem anderen Sehnenöhrchen befindet. Die Sehne wird dabei festgehalten! Mit einem Bein steigst du nun quasi in den Bogen hinein, also zwischen Sehne und Bogen hindurch. Das untere Ende des Bogens wird vor das rechte Schienbein gelegt und der Bogengriff hinter deinen Oberschenkel geklemmt. Der Fuß wird leicht nach vorne verschoben. Nun greifst du um: Die Sehne wird mit der rechten Hand straff gehalten, während die linke Hand den oberen Wurfarm nach vorne drückt. Das obere Sehnenöhrchen wird nun langsam und vorsichtig an den Wurfarm herangeführt und eingehängt. Danach wird der Sitz der Sehne geprüft wie oben beschrieben und die Sehne zurückgeführt.

 

Der Einfachheit halber gehen wir hier von einer/einem Rechtshänder*in aus. Bist du linkshändig, folgst du oben genannten Schritten spiegelverkehrt.

 

Zu allen Methoden sei gesagt, dass du dabei sehr umsichtig sein und die Griffmitte gut abstützen solltest, denn es besteht Verletzungsgefahr! Am besten lässt du dir das Spannen einmal von einem Profi oder Fortgeschrittenen zeigen. Vor allem bei Bögen mit C-Form musst du vorsichtig sein, da diese recht empfindlich gegenüber hohem Druck sind und beim Aufspannen brechen können.

 

 

Schusstechnik für den Reiterbogen

In aller Regel wird beim Bogenschießen die mediterrane Technik angewandt, bei der die Sehne mit drei Fingern gespannt wird. Die Schusstechnik für den Reiterbogen ist hingegen ein wenig speziell: Es handelt sich dabei um das Daumenringschießen. Dies bedeutet, dass der Schütze am Daumen einen Ring – meist aus Horn, Knochen, Bronze oder Silber – trägt, der die Sehne hält. Beim Schuss löst der Bogenschütze die Sehne schlagartig.

 

reiterbogen kaufen

 

Diese Technik hat beim Reiterbogen mehrere Vorteile:

  • Die Finger, auf die bei kurzen Bogensehnen ein enorm hoher Druck wirkt, werden entlastet
  • Geübte Schützen schaffen damit eine geradezu atemberaubende Schussfrequenz
  • Die Fixierung des Pfeils am Bogen ist sehr stabil, bis dieser abgeschossen wird
  • Es findet ein schnelleres Nachladen statt als beim mediterranen Griff, was sich wiederum auf die Schussfrequenz auswirkt
  • Das Nachladen ist sicherer, da sich der Schütze nicht mit der Pfeilspitze sticht wie es manchmal beim mediterranen Griff der Fall ist
  • Es wird eine höhere Auszugslänge erreicht
  • Der Spinewert des Pfeils ist relativ egal – der Schütze muss nicht mit einem perfekt angepassten Pfeil schießen

 

 

Reiterbogen Technik zu Pferd

Eine große Herausforderung ist natürlich die Benutzung eines Bogens zu Pferd. Denn nicht nur die Handhabung von Pfeil und Bogen spielt hierbei eine Rolle, sondern auch Charakter, Ausbildung sowie Umgang mit dem Tier.

Stell dir vor, du musst nicht nur den Pfeil auflegen und den Bogen mit der richtigen Technik spannen, sondern den Pfeil auch im perfekt geeigneten Zeitraum von der Sehne schnellen lassen – und zwar dann, wenn sich im Galopp alle vier Beine des Pferdes in der Luft befinden. Denn sonst führt die Erschütterung der aufschlagenden Hufe zur Ablenkung des Pfeils. Idealerweise triffst du dann auch noch das Ziel und verletzt weder dich, noch das Pferd, noch irgendwelche Umstehenden.

 

Dabei gibt es auch noch verschiedene Arten, vom Pferd aus den Pfeil zu schießen:

  • Nach vorne
  • Seitlich
  • Nach hinten (sogenannter Partherschuss)

In der Regel wird vom Pferd aus nach links geschossen, so dass das Pferd auch im Linksgalopp geritten wird. Die Zügel liegen dabei nicht in den Händen, sondern lose auf dem Pferdehals auf. Hilfen gibt es somit nur über die Schenkel.

 

 

Geschichte des Reiterbogens

Der Reiterbogen kommt ursprünglich aus Asien. Der Bogen als Waffe erhielt schnell eine vorherrschende Stellung sowohl als Kriegs- als auch als Jagdinstrument. Bogner aus aller Welt verwendeten bei seiner Herstellung stets die Materialien, die ihnen zur Verfügung standen. Nomaden, die den Reiterbogen bauten, beispielsweise die Magyaren oder auch die Mongolen, nutzten also aus Mangel an gutem Bogenholz vor allem Tiersehnen und Horn.

Berittene Bogenschützen galten als eine Art Eliteeinheit unter den Soldaten. Ihnen wurden nach dem Tod ihre Bogen oft mit ins Grab gelegt. Ausgrabungen, vor allem zwischen Österreich und der Mandschurei und zwischen der Tuwa in Sibirien und dem mongolischen Altai, belegen die Effizienz und die hervorragende Bauweise dieser Bögen.

Ebenfalls Meister ihres Fachs waren die turkstämmigen Bogenbauer, die die Kompositbauweise perfektioniert haben. Sie wurden nicht zuletzt daher zu einer Bedrohung für das Abendland, weil ihre Kompositbögen sowie ihre «Eliteeinheiten» hochgradig effizient waren. Zum Glück gelten Pfeil und Bogen heutzutage nicht mehr als Waffe, sondern als Sportgerät.

Ein großer Vorteil des Reiterbogens war übrigens die Tatsache, dass im Prinzip jeder halbwegs passende Pfeil verwendet werden konnte. Der Spinewert ist, wie gesagt, vernachlässigbar, da beim Reiterbogen keine so starke Sehnenparalaxe vorherrscht wie bei anderen Bögen, und so konnte der Bogenschütze während der Schlacht Pfeile vom Boden sammeln und selbst verwenden.

 

FAQ – Fragen und Antworten rund um den Reiterbogen

 

Ist ein Reiterbogen für Anfänger geeignet?

Jein. Der Vorteil eines Reiterbogens besteht in seiner kurzen und einfachen Bauweise. Dadurch ist er für einen Anfänger einfacher zu handhaben als beispielsweise ein riesiger Langbogen oder ein kompliziert einzustellender Compoundbogen.

Allerdings braucht es für den Reiterbogen eine wirklich gute Technik. Das Bogenschießen ist die Kunst der Wiederholung. Du musst in der Lage sein, immer wieder die gleichen Bewegungen auszuführen. Es ist nicht einfach, den Bogen immer wieder so ruhig zu halten, dass du perfekt das Ziel triffst – selbst wenn du nicht auf dem Rücken eines galoppierenden Pferdes sitzt. Dies ist seiner leichten Bauweise geschuldet. Für Anfänger ist der Reiterbogen daher mit Vorsicht zu genießen. Seine Benutzung kann schnell zu Frust führen. Bist du auf seine Besonderheiten vorbereitet, kannst du dich allerdings darauf einstellen.

 

Kann man einen Reiterbogen auch selber bauen?

Dies ist eher schwierig und vor allem für Anfänger nicht zu empfehlen. Gerade die gekrümmten Wurfarme sowie die Kompositbauweise stellen beim Reiterbogen Bau eine besondere Herausforderung dar. Für den Anfang würden wir den Selbstbau eines Langbogens empfehlen.

 


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